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Studie der Uni Bochum: Wer tanzt, lebt glücklicher und gesünder

The Mainhattan Scientist | Oktober 31, 2018

Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum erforschen seit 2008, wie Tanzen sich auf unsere Gesundheit auswirkt. Soweit die Erkenntnis: Wer eine Stunde in der Woche tanzen geht, profitiert in vielen Bereichen der körperlichen und seelischen Gesundheit und bleibt länger fit im Kopf! Im Fokus des Interesses standen dabei zuletzt Menschen ab etwa 60 Jahren – eine Gruppe, für die es besonders wichtig ist, die Fitness durch geeignete Methoden und in der richtigen Intensität zu trainieren.

TÄNZER SIND GLÜCKLICHER

In ihrer Studie untersuchten die Neurowissenschaftler den Einfluss eines speziell für Senioren entwickelten Tanzprogramms. Eine Gruppe von 25 Männern und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren ging so über einen Zeitraum von sechs Monaten einmal pro Woche eine Stunde lang tanzen. Die Kontrollgruppe blieb im gleichen Zeitraum tanzenthaltsam. Vor und nach dem Kurs durchliefen die Teilnehmer der Studie diverse Tests und Untersuchungen, in denen verschiedene Messgrößen untersucht wurden. Betrachtet wurden nicht nur Bereiche, die typischerweise mit dem Tanzen in Verbindung gebracht werden – wie Stand und Balance, Körperhaltung und Reaktionszeit – vielmehr lag der Fokus auch auf der allgemeinen Motorik, Sensorik, Aufmerksamkeit, Denk- und Merkfähigkeit sowie der Lebenszufriedenheit.

EFFEKTE SCHON AB EINER STUNDE TANZ PRO WOCHE

Weitreichende positive Effekte konnten nicht nur in den „tanznahen“ Bereichen festgestellt werden. Die Teilnehmer des Tanzkurses konnten sich in fast allen Kategorien verbessern: Während sich bei der Kontrollgruppe keine Veränderungen zeigten, stellten die Forscher bei den Tänzern nach dem Kurs signifikante Steigerungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, Reaktionszeit, motorische und sensorische Leistungsfähigkeit, Stand, Balance und Lebensstil fest. Lediglich schlauer scheint Tanzen nicht zu machen: Die Parameter „Intelligenz“ und „Herz-Kreis-lauf-Leistungsfähigkeit“ veränderten sich nicht. „Ein bemerkenswerter Umstand, da zum Beispiel Verbesserungen des Denkvermögens und der Lernfähigkeit häufig mit einer verbesserten Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit verbunden sind“, so Professor Dinse, Bochumer Neurowissenschaftler am Institut für Neuroinformatik. „Das zeigt, dass bereits geringe Trainingsintensitäten zu weitreichenden Verbesserungen führen können, auch wenn die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems unverändert bleibt.“

MULTIPLE TRAININGSEFFEKTE

Insbesondere für ältere Menschen sind natürlich die Faktoren Stand und Balance sowie Reaktionsgeschwindigkeit wichtig, da so im Alter Stürze verhindert werden können und die Mobilität lange erhalten bleibt. Verglichen mit vielen anderen sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Radfahren oder Kraftsport hat Tanzen viele Vorteile: Es vereint körperliche Betätigung mit sozialer Interaktion, kognitiven Herausforderungen und musikalischer Stimulation. Das Gehirn als Ganzes wird trainiert. Das ist das Besondere am Tanzen und führt zu den vielfältigen positiven Effekten – nicht nur im Alter.

Der Spaßfaktor ist bei all der Wissenschaft natürlich nicht zu vernachlässigen. Und Spaß hat es auch den Studienteilnehmern gemacht. Mit dem guten Gefühl etwas für sich und mit anderen getan zu haben, verbesserte sich auch die Lebenszufriedenheit. Nahezu alle Teilnehmer würden den Kurs weiterempfehlen und haben auch nach Ablauf der Studie weitergemacht. Ein besseres Argument für’s Tanzen findet auch die Wissenschaft nicht.

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Written by The Mainhattan Scientist





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